STALIN JOSEF

Josef Wissarionowitsch Stalin (1879-1953)
Der sowjetische Diktator, der eigentlich Dschugaschwili hieß, wurde am 21.
Dezember 1879 in Gori bei Tiflis als Sohn eines georgischen Schuhmachers
geboren. Er besuchte das Priesterseminar in Tiflis, von dem man ihn 1899 wegen
Verbindungen zu marxistischen Untergrundorganisationen ausschloß.
Als Mitglied der SDAPR organisierte er Streiks und Demonstrationen, wurde
mehrmals verhaftet und nach Sibirien verbannt. Seit 1912 im ZK, gründete Stalin
die "Prawda". Nach der Revolution (1917) stieg er 1922 zum Generalsekretär der
Kommunistischen Partei (KP) auf, festigte seine Machtposition und schaltete nach
Wladimir Jljitsch Lenins Tod (1924) seinen politischen Rivalen Leo Trotzki aus.
In den folgenden Jahren entmachtete er nach und nach alle seine Konkurrenten, ab
1927 herrschte er als unumschränkter Diktator. Mit rücksichtsloser Vernichtung
bekämpfte er seine möglichen politischen Gegner, löschte mittels Schauprozessen
in den 30er Jahren die "alte Garde" der KP aus und setzte mit brutaler Gewalt
die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft durch.
Stalin wollte die Sowjetunion aus dem drohenden Krieg heraushalten, weswegen er
1939 mit Hitler den Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspakt (Hitler-Stalin-Pakt)
schloß. Als die Deutschen dennoch angriffen, wurde die Rote Armee, die durch die
Stalinschen "Säuberungen" im Offizierskorps geschwächt war, überrascht, konnte
die Angreifer aber letztlich abwehren.
Stalin nutzte dies als Marschall (1943) und schließlich als "Generalissimus"
(1945) zur weiteren Steigerung seines Personenkults. Mit härtesten Methoden
dehnte er ab 1945 den sowjetischen Einflußbereich durch den erzwungenen
Machtantritt kommunistischer Regierungen auf Mitteleuropa aus. Er hatte bereits
eine neue Welle von brutalen "Säuberungsaktionen" geplant, die durch seinen Tod
am 5. März 1953 (in Moskau) aber nicht mehr realisiert werden konnten.
Er wurde zunächst neben Lenin aufgebahrt, nach Kritik Chruschtschows auf dem XX.
(1956) und XXI. (1961) Parteitag jedoch an die Kremlmauer umgebettet.


