|
|
|
Oswald Wiener (1935-)
Experimenteller Schriftsteller und Kybernetiker. Oswald Wiener (auch: Evo Präkogler) wurde am 5. Oktober 1935 in Wien geboren. Ab 1954 wurde er das jüngste Mitglied der "Wiener Gruppe". Von 1953 bis 1958 widmete er sich dem Studium einer Vielzahl von Fächern an der Universität Wien (Rechtswissenschaft/Jura, Musikwissenschaften, Afrikanische Sprachen und Mathematik). Während dieser Zeit war er auch Jazztrompeter und Kornettist: er spielte z. B. zusammen mit Konrad Bayer in Walter Terhaerens New Orleans Band und später in der Wirklichen Jazzband. In den Jahren 1954/55 schrieb er das coole manifest, roter erdteil und eine phantastische paraphrase des themas afrika. Seit 1956 beschäftigte er sich dann intensiv mit Fragen der theoretischen Kybernetik, ab 1960 mit praktischer Kybernetik. Von 1959 bis 1967 artbeitete er als Leiter der Datenverarbeitungsabteil bei Olivetti, zugleich nahm er an vielen künstlerischen Aktionen teil. Im Jahre 1958 vernichtete Wiener seine von 1954 bis 1958 entstandenen frühen literarischen Versuche (Prosa, Gedichte, Montagen, Konstellationen, Chansons, szenische Stücke, Theorie). Außer einigen bereits veröffentlichten Gedichten bleiben heute fast nur Gemeinschaftsarbeiten mit anderen Mitgliedern der Wiener Gruppe erhalten. Um 1962 begann er zwar wieder zu schreiben, zuerst Gemeinschaftsarbeiten mit Bayer, und schließlich sein eigenes Werk Die Verbesserung von Mitteleuropa (1969). Am 10. April 1964 wurde der um 1958 verfaßten Kinderoper, einer Gemeinschaftsarbeit Achleitners, Bayers, Rühms und Wieners, aufgeführt. Am 17. April 1967 las er bei den "zock exercises" in der Wiener Galerie St. Stefan das am selben Tag vernichtete manifest. Am 7. Juni 1968 wurde er Initiator von "Kunst und Revolution" im Hörsaal 1 des Neuen Institutsgebäudesder Universität Wien. Wiener sprach dabei "Über den Zusammenhang zwischen Denken und Sprechen". Aufgrund turbulenter Vorkommnisse während der Aktion wurden Wiener, Brus und Nitsch verhaftet. Kurz darauf folgte ein polizeiliches Verhör, nachdem er der Belästigung einer Minderjährigen bezichtigt wurde. Die Anklage wurde aufgehoben, als sich seine Unschuld herausstellte. Um sich weiterer Verfolgung zu entziehen, verließ er Wien und übersiedelte nach Berlin (1969), wo er bis 1986 als Besitzer mehrerer Lokale lebte. Er arbeitete dann an der von Günter Brus herausgegebenen Zeitschrift "schastrommel". Von 1980 bis 1985 studierte er Mathematik und Informatik an der Technischen Universität Berlin. Seit 1986 lebt er in Dawson City, Kanada. Heutzutage erscheinen noch gelegentliche Veröffentlichungen: 1990 erschien z. B. Nicht schon wieder...! unter dem Pseudonym Evo Präkogler, 1992 Probleme der Künstlichen Intelligenz und im Jahre 1998 Literarische Aufsätze, eine Sammlung von Aufsätzen aus den vergangenen Jahrzehnten zu literarischen Angelegenheiten. Seit 1992 ist er Professor für Poetik und künstlerische Ästhetik an der Kunstakademie Düsseldorf und 1995 wurde er Ehrendoktor an der Universität Klagenfurt. Ihm wurden die folgenden Preise verliehen: Würdigungspreis der Stadt Wien für Literatur (1987), Großer Österreichischer Staatspreis für Literatur (1989) und den Grillparzerpreis (1992).
works in:
|
GERMAN
|
Einiges über konrad bayer
Literarische cabaret
|
|
|
|
|
|
|